Extertal. Bei der Vorstellung der Haushaltssatzung im Extertal hat Kämmerer Hubertus Fricke in der jüngsten Ratssitzung in die finanzielle Planung der Gemeinde für das Jahr 2026 vorgestellt. Die Zahlen zeigen, dass die Kommune weiterhin vor finanziellen Herausforderungen steht, die unter anderem auf auslaufende Corona-Hilfen, steigende Aufwendungen und eine hohe Kreisumlage zurückzuführen sind. Die Situation ist nach Frickes Worten so ernst, dass mittelfristig die Haushaltssicherung droht. Trotzdem plant die Gemeinde Extertal Investitionen, insbesondere in Bau- und Infrastrukturprojekte. Fricke gab einen Überblick über Erträge, Aufwendungen und geplante Maßnahmen im kommenden Haushaltsjahr. Für 2026 stehen im Ergebnisplan Erträge von rund 34,7 Millionen. Die Gemeinde geht von Aufwendungen von gut 36,9 Millionen Euro aus. Sie will sich außerdem verpflichten, 720.000 Euro einzusparen (sogenannter globaler Minderaufwand). Unterm Strich klafft im Haushaltsentwurf eine Lücke von gut 1,4 Millionen Euro. Nachwehen der Corona-Pandemie Zwei Millionen Euro Bilanzierungshilfe, die während der Corona-Krise angefallen sind, werden am Jahresende ausgebucht. „Dann merken wir anhand der Zahlen die tatsächlichen Auswirkungen, die uns diese Krise dann auch beschert hat“, sagte Fricke bei der Einbringung des Haushalts 2026. Der größte Teil der Erträge, gut 15,6 Millionen Euro, resultiert aus Steuern und ähnlichen Abgaben, wie Fricke erklärte. Mehr als fünf Millionen Euro kommen aus öffentlich-rechtlichen Leistungsentgelten, also Gebühren zum Beispiel für Abfall, Frisch- und Abwasser sowie für die Friedhöfe. Rund zwölf Millionen Euro fließen durch Zuwendungen und allgemeine Umlagen, beispielsweise durch Schlüsselzuweisungen, in die Gemeindekasse. Schlüsselzuweisungen überweist das Land den Kommunen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs. Die gute Nachricht für Bürger und Gewerbetreibende: Die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuern sollen unverändert bleiben – Fricke plant hier keine Erhöhung. Ebenso stabil: die Friedhofs- und die Abfallgebühren sowie die Hundesteuer. Die Gebühren für die Straßenreinigung erhöhen sich auf 1,37 Euro pro Meter. Den größten Teil der Aufwendungen mit 47 Prozent, also etwa 16,6 Millionen Euro, machen Transferleistungen aus, also Ausgaben für Arbeitssuchende, Asylbewerber, für die Grundsicherung im Alter oder für die Jugendhilfe. Für Personal gibt die Gemeinde Extertal laut Plan etwa 7,7 Millionen Euro aus. Mit mehr als 5,8 Millionen Euro schlagen die Sach- und Dienstleistungen zu Buche. Das Eigenkapital für 2026 beläuft sich auf rund 14 Millionen Euro. 15 Millionen gehen an den Kreis Weiter ging es mit einem für Kämmerer Fricke schmerzhaften Thema: nämlich die Kreisumlage. 15,2 Millionen Euro müssen, wie er sagte, an den Kreis Lippe gezahlt werden. „Und das tut richtig weh“, fasste Fricke zusammen und veranschaulichte es weiter mit den Worten: „Das sind 42 Prozent unserer Gesamtaufwendungen.“ Darunter falle die Kreis-, Jugendamt- und Gesamtschulumlage. „Wir werden auf die Haushaltssicherung zusteuern. Mittelfristig müssen wir damit rechnen“, urteilte Fricke. Die Gemeinde Extertal will dennoch investieren – im Haushaltsentwurf sind dafür etwa 10,7 Millionen Euro eingeplant. Unter anderem geht es um den Multifunktionsplatz in Laßbruch. Ein weiterer gewichtiger Posten bei den Ausgaben ist der Neubau der OGS an der Grundschule Bösingfeld. Außerdem investiert die Gemeinde in den Brandschutz verschiedener Gebäude, Sanierungsmaßnahmen und den Brunnenausbau, wie Fricke erläuterte. Um diese Maßnahmen finanzieren zu können, sind 6,8 Millionen Euro Investitionskredite für das kommende Jahr vorgesehen. „Natürlich schaffen wir dadurch Gegenwerte, wir schaffen Investitionsgüter. Es ist kein Geld, das verloren geht“, betonte der Kämmerer.