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Pflegearbeiten

Wie das Westufer des Norderteichs seinen ursprünglichen Charakter wieder erhält

Im Naturschutzgebiet „Norderteich mit Naptetal“ müssen Bäume fallen. © Symbolbild: Pixabay

Horn-Bad Meinberg/Belle. Umfassende Pflegemaßnahmen stehen für die kommenden Wochen im Naturschutzgebiet „Norderteich mit Naptetal“ auf dem Programm. Darauf weist der Kreis Lippe hin.

Das Naturschutzgebiet „Norderteich mit Naptetal“ bezeichnet der Kreis als wertvollen Lebensraum. Neben einem Stillgewässer zähle auch der historische Eichen-Hainbuchenwald zu den schützenswerten Ökosystemen.

Waldcharakter hat sich verändert

„Da der Wald am Westufer des Norderteichs in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nicht mehr bewirtschaftet wurde, hat sich sein Charakter verändert und widerspricht zunehmend dem im Landschaftsplan festgelegten Schutzzweck“, erklärt die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung.

Der Wald sei ursprünglich als Eichen-Hutewald gepflanzt worden. Aufgrund der fehlenden Bewirtschaftung hätten sich im Laufe der Zeit Arten, wie die schattentolerante Buche, etabliert. Dieser ständen in Konkurrenz zu den bis zu 280 Jahre alten lichtliebenden Eichen und gefährdeten deren Stabilität sowie Vitalität.

Bei den zwischen dem Flächeneigentümer, dem Landesverband Lippe, und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Lippe abgestimmten Pflegemaßnahmen werden nach Angaben des Kreises gezielt Bäume gefällt. „Durch das Entfernen einzelner Buchen wird wieder mehr Licht in den Bestand gebracht und den Eichen die Möglichkeit gegeben, sich zu regenerieren. Zudem können junge Eichen nachwachsen. Einige Bäume sollen geringelt werden. Dabei wird die Rinde abschnittsweise entfernt, sodass der Baum langsam abstirbt und als stehendes Totholz im Gebiet verbleibt. Solches Totholz ist ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Insekten, Fledermäuse und Vögel“, erklärt die Verwaltung die Maßnahme.

Der überwiegende Teil des anfallenden Holzes solle im Gebiet verbleiben, um den Nährstoffkreislauf zu schließen und die Lebensgrundlage vieler Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Der Landesverband sorge bei Bedarf für die Nachpflege des Bestandes.

Durch den betroffenen Waldbereich verläuft kein öffentlicher Weg. Einen regulären, asphaltierten Weg gibt es am Rand des Bestandes. Aus Sicherheitsgründen weisen der Landesverband und die untere Naturschutzbehörde darauf hin, dass in dem Naturschutzgebiet das Betreten der Flächen nur auf den Wegen gestattet ist.

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