Experten bestätigen: Videoaufnahmen aus Blomberg zeigen einen Wolf

Erol Kamisli

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Die Handyaufnahmen (rechts) vom 11. Februar zeigten definitiv einen Wolf. - © Montage: Boris Roessler/dpa/Screenshot:Video
Die Handyaufnahmen (rechts) vom 11. Februar zeigten definitiv einen Wolf. (© Montage: Boris Roessler/dpa/Screenshot:Video)

Blomberg-Eschenbruch. Das Tier, das Julia Schulz mit ihrer 14-Jährigen Tochter Emily vor zwei Wochen aus dem Auto heraus gefilmt haben, ist definitiv ein Wolf. Dies bestätigte uns das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Lanuv) in Recklinghausen.

„Der Nachweis ist wichtig für die Statistik, aber er hat keinerlei Konsequenzen für die Bevölkerung", sagt Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann. Mutter und Tochter waren am Dienstag, 11. Februar, auf dem Weg zum Kundenbesuch nach Lügde – plötzlich sei am Straßenrand der Landstraße 946 ein Wolf aufgetaucht, berichteten die beiden der LZ, die das Tier aus Sicherheit per Smartphone filmten.

„Ihre Einschätzung war völlig richtig. Am diesem Tag haben wir auch aus Lügde Wolffotos zugesendet bekommen", so Deitermann. Die Wolfsexperten in Recklinghausen und des Lupus-Instituts im sächsischen Dresden hätten den Film und Fotos genau unter die Lupe genommen und festgestellt, dass es derselbe Wolf sei.

Ungeschützte Viehbestände in Gefahr

Die Menschen in der betroffenen Regionen müssten sich nicht um Leib und Leben sorgen, da Wölfe in ganz Europa noch keinen einzigen Menschen angegriffen hätten. Aber in ungeschützten Viehbeständen, insbesondere in der Schaf-, Ziegen- und Pferdehaltung, könne das Tier beträchtliche Schäden anrichten. Der Wolf sei ein Raubtier und greife kleine und schwächere Tiere an, darunter auch Fohlen. Er könne den Besitzern nur empfehlen, die Jungtiere nicht über Nacht auf der Weide zu lassen, sondern im Stall unterzubringen.

Dies plant Maik Schlingheider, Besitzer des gleichnamigen Stalls in Eschenbruch, dessen Weide nur 150 Meter von der Straße entfernt liegt, an der der Wolf gesehen wurde. „Ich hatte eigentlich gehofft, dass es kein Wolf ist", sagt der Pferdewirt. Er habe bereits mit benachbarten Rinderzüchtern überlegt, gemeinsam in höhere Zäune zu investieren.

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