Neue Radstation am Sedanplatz geplant

Cordula Gröne

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Lob und Kritik: Dr. Rudolf Hüls findet viele Dinge am Bahnhof gelungen wie die Radunterstellanlage. Doch wo man die Schlüssel für die abschließbaren Radcontainer erhält, steht nirgendwo. - © Cordula Gröne(LZ)
Lob und Kritik: Dr. Rudolf Hüls findet viele Dinge am Bahnhof gelungen wie die Radunterstellanlage. Doch wo man die Schlüssel für die abschließbaren Radcontainer erhält, steht nirgendwo. (© Cordula Gröne(LZ))

Lage. Im Jahr 2015 ist der Bahnhof in Lage umfassend umgebaut worden. Vieles hat sich für die Bahnreisenden zum Positiven gewendet. Das würdigt Dr. Rudolf Hüls, stellvertretender Bezirksvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn OWL. Doch er hat auch einige Kritikpunkte.

Fahrräder

Relativ neu ist die Abstellanlage mit Dach für Fahrräder, damit diese nicht nass werden. Inzwischen gibt es auch abschließbare Boxen mit noch mehr Sicherheit, doch wo es die Schlüssel dafür gibt, steht nirgendwo. Noch in diesem Herbst wird eine neue Mobilstation in der Sedanstraße angelegt- gefördert mit Kreismitteln. Dort würden die Fahrräder gut vor Vandalismus geschützt sein, so der städtische Beigeordnete Thorsten Paulussen. Gut genutzt werden auch die Park-&-Ride-Parkplätze daneben. Dr. Hüls fehlt jedoch noch eine Station für das Laden eines E-Fahrzeugs.

Busverkehr

Gut gefällt ihm der Busbahnhof auf der anderen Seite des Bahnhofsgebäudes. „Die An- und Abfahrt auf die Hauptstraße hat sich gut eingespielt", hat der Lagenser festgestellt. Hier kann man auf einer elektronischen Tafel die Abfahrzeiten der Busse wie auch der Züge sehen. Die Toilettenanlage koste Geld, sei dafür aber sauber, lobt er. Ein paar Meter weiter steht der Fahrkarten-Automat. Hier können zwar auch Fahrkarten für den Fernverkehr gezogen werden, es dauert aber einige Zeit, bis die richtigen Buchstaben für das Fahrtziel angezeigt werden – und solange steht man möglicherweise im Regen, denn hier gibt es immer noch keine Überdachung. Fahrkarten für den Nahverkehr gibt es ansonsten mit persönlichem Service im Kiosk – anders als in Detmold – sogar am Samstagmorgen. Doch wer weiterfahren will, muss werktags nach Detmold fahren oder eben im Internet buchen.

Fahrplanangebot

Dem Pro-Bahn-Vertreter fehlt eine tägliche Spätverbindung von Bielefeld nach 23 Uhr aus. Derzeit gibt es sie nur am Wochenende. „Ein Fortschritt ist die Wochenend-Spätverbindung ab Herford um 23.36 Uhr ab Dezember", kündigt Hüls an. Nach Herford fehle der Halbstundentakt, nach Bielefeld der Viertelstundentakt zu Spitzenzeiten. Dies sei wegen des fehlenden Kreuzungsgleises in Ehlenbruch noch nicht möglich. Die Buslinie Waddenhausen-Lage-Heiden läuft derzeit je nach Fahrtabschnitt unter den Linien 749 und 742 – „das verwirrt", findet Dr. Hüls. Für die Linie 749 gebe es zurzeit zwei unterschiedliche Fahrwege zum Bahnhof Sylbach, was ebenfalls verwirrend sei.

Bahnhof

Wartende können sich in der Bahnhofshalle aufhalten und beim Kiosk Essen und Getränke kaufen. Wer zu den Gleisen will, kann ohne Treppen zunächst die Rampe herunter fahren. Hüls hat festgestellt, dass auf der Brüstung oft Jugendliche sitzen – gefährlich, meint er. Der „Rollstuhlkorridor" runter auf dem Weg zu den Gleisen sei zwar ausreichend beleuchtet, doch etwas trist. Positiv: Die Kacheln können bei Verunreinigung leicht gesäubert werden. Zu den Gleisen führen inzwischen zwei Fahrstühle, die nur etwas auf der Leitung stehen: Fünf Sekunden dauert es allein, bis eine Tür aufgeht.

Bahnsteige

Als nicht ausreichend für einen Bahnhof wie Lage, der einen Vier-Richtungsverkehr hat, betrachtet Hüls die dynamischen Schriftanzeiger: Verspätungen werden zwar angezeigt, aber keine Alternativen bei Zugausfällen – etwa die nächstfolgende Verbindung. Er hofft, dass irgendwann auch einmal wieder individuelle Durchsagen möglich werden. Solange müssen Reisende die Anzeigetafel am Busbahnhof nutzen – und sie erstmal finden. Für eine größere Fahrplanstabilität sollten voneinander unabhängige Ausfahrtmöglichkeiten aus den Gleisen 4 und 5 geschaffen werden, findet Hüls, außerdem ein zweigleisiger Ausfahrtkorridor bis zur Detmolder Straße. Die Stadt sei mit dem Bahnhofsbereich zufrieden, erklärt der Beigeordnete. „Wir haben eine komplette Neugestaltung der Parksituation und den Übergang zur Stadt umgesetzt. Es hat dazu geführt, dass viele sagen: Das ist ein schönes Umfeld."

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