Forderung für Tempo 30 in der Alten Hövenstraße bleibt erfolglos

Thomas Dohna

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Alte Hövenstraße - © Thomas Dohna
Alte Hövenstraße (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Die SPD wollte etwas für die Anwohner an der Alten Hövenstraße tun. Dort, wo der Bürgermeisterkandidat der Sozialdemokraten, Martin Hoffmann, wohnt, solle Tempo 30 gelten. Doch der Kreis Lippe stellt sich quer, weil die meisten Kraftfahrer sogar langsamer fahren als erlaubt. Eine Messung über sechs Tage hinweg hat das ergeben.

Die Alte Hövenstraße ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Offiziell dürfen dort nur die Anlieger selbst und ihre Besucher fahren. Nach Angaben der SPD klagen die Anwohner über Durchfahrer, die die Straße als Schleichweg nutzen und dabei zu schnell fahren.
Die Sozialdemokraten haben daher im Ausschuss für Straßen, Plätze und Verkehr die Senkung der erlaubten Geschwindigkeit von Tempo 50 auf Tempo 30 beantragt. Die übrigen Ausschussmitglieder zeigten sich skeptisch, weil die Durchfahrt verboten sei. Wer dieses Schild missachte, missachte auch Tempo 30. Dennoch einigten sich die Fraktionen darauf, eine Messung durch die Kreisverwaltung vornehmen zu lassen.

Die fand in der Woche vom 21. bis zum 26. Juni statt. Danach sieht der Kreis keinen Handlungsbedarf. Die Geschwindigkeitsmessungen belegen nach Ansicht des Kreises vielmehr, dass die geltende Höchstgeschwindigkeit den Fahrbahnbedingungen und der Streckencharakteristik entspreche. Der Streckenabschnitt vermittele nicht den Eindruck einer Wohnstraße. Im Durchschnitt fahren Autos und Motorräder in Fahrtrichtung Hövenstraße 45 Kilometer in der Stunde, in die andere Richtung 39 Kilometer in der Stunde. Es gebe einzelne Ausreißer.

Kreis sieht keine zwingenden Umstände für Tempo 30

Die höchste gemessene Geschwindigkeit betrug 72 Stundenkilometer morgens zwischen 8 und 9 Uhr. Das Verkehrsaufkommen könne als gering bewertet werden, stellt der Kreis klar. „Eine Beschilderung auf 30 Kilometer in der Stunde würde allein nichts bewirken", schreibt der Kreis in seiner Stellungnahme. Eine solche unzweckmäßige Beschilderung würde möglicherweise zum Gegenteil führen, weil sie nicht beachtet werden würde.
Die Anwohner sehen das ganz anders. Die wenigen Fahrzeuge, die unvermittelt mit hoher Geschwindigkeit die Straße beführen, stellten eine ernstzunehmende Bedrohung der Verkehrssicherheit dar, schreiben sie in einem Brief an die Ausschussmitglieder.

Die Anwohner müssten die Straße in Ermangelung anderer Wege als Fußgängerweg und Spazierweg nutzen. Sowohl Kinder als auch ältere Menschen mit Gehbehinderung seien dort unterwegs. Die gefahrenen Geschwindigkeiten entsprächen weder den Fahrbahnbedingungen, den Sichtverhältnissen noch den Verkehrsgegebenheiten.
Der Kreis erinnert an die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung. Verkehrsteilnehmer müssten eigenverantwortlich am Straßenverkehr teilnehmen. Schilder dürften nur dort aufgestellt werden, wo es aufgrund besonderer Umstände zwingend geboten sei. Das treffe an der Alten Hövenstraße nicht zu.

Andreas Brinkmann (SPD) fasste die Lage in der jüngsten Sitzung kurz und knapp so zusammen: „Schade, dumm gelaufen." Er schlug vor, den Anwohnern Schilder mit der Aufschrift „Vorsicht Kinder" aus der Gemeindekasse zu zahlen. Dem waren die übrigen Parteien im Verkehrsausschuss nicht abgeneigt. Klaus Fiedler (CDU) schlug vor, Piktogramme auf die Straße zu malen, um die Autofahrer aufmerksamer fahren zu lassen. Dem schlossen sich alle Mitglieder des Ausschusses an.

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