Corona-Hilfe in Oerlinghausen und Leopoldshöhe sucht freiwillige Helfer

Karin Prignitz

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Heike Weidhase und der Vorsitzende des CVJM Oerlinghausen, Lukas Baumgarth, sind sicher, dass sich auch über die Nachbarschaftshilfe hinaus viele bereit erklären, Einkäufe zu übernehmen oder andere Notwendigkeiten für ihre Mitmenschen zu erledigen. Foto: Karin Prignitz - © Karin Prignitz
Heike Weidhase und der Vorsitzende des CVJM Oerlinghausen, Lukas Baumgarth, sind sicher, dass sich auch über die Nachbarschaftshilfe hinaus viele bereit erklären, Einkäufe zu übernehmen oder andere Notwendigkeiten für ihre Mitmenschen zu erledigen. Foto: Karin Prignitz (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen/Leopoldshöhe. Die Corona-Pandemie verändert das Leben und stellt jeden Einzelnen vor große Herausforderungen. „Gemeinsam gegen Corona", dieser Slogan steht für Solidarität, die sich als positive Begleiterscheinung immer mehr entwickelt. Viele Menschen erklären sich bereit, anderen zu helfen. Auch in Oerlinghausen und Leopoldshöhe gibt es Aktionen und Gruppen, die sich gebildet haben. Viele von ihnen sind jetzt zur „Corona-Hilfe Oerlinghausen" gebündelt worden. In Leopoldshöhe gibt es ebenfalls Hilfsangebote.

Hilfsangebote auf einen Blick

Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Gemeinde hat ein Hilfsangebot gestartet, das sich an ältere Menschen richtet, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Wohnung nicht verlassen können oder Menschen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden. „Sie alle können sich melden, wenn sie Hilfe beim Einkaufen oder Ausführen ihrer Hunde benötigen", sagt Heike Weidhase. Über den Vorsitzenden des CVJM Oerlinghausen, Lukas Baumgarth, haben sich bereits junge Menschen gefunden, die Hilfe anbieten.

Auch der Verkehrs- und Verschönerungsverein Helpup hat einen Einkaufsservice für Risikogruppen initialisiert. Ebenso wie der Verein „Leben in Lipperreihe", der gerade an einem Lieferservice arbeitet. Neben diesen Initiativen kursieren weitere Hilfsangebote, auch von Privatpersonen, im Internet. Insbesondere in den Oerlinghauser Facebook-Gruppen.

Die „Corona-Hilfe Oerlinghausen" soll diese Angebote nun zentral bündeln. Das haben sich Dennis Thon und Heike Weidhase von der evangelischen Kirchengemeinde, Walter Knörrich (VVV Helpup) und Andreas Otte (LiLi) überlegt. „Sollten weitere Vereine und Organisationen ebenfalls bei der Planung solcher Aktivitäten sein, so können sich diese dem Bündnis anschließen", schreibt Dennis Thon.

"Last auf viele Schultern verteilen"

In erster Linie sei nun wichtig, dass sich Freiwillige melden und erfasst werden. „Gleichzeitig geht es darum, den Bedarf zu ermitteln, damit ortsnahe Kontakte hergestellt werden können, denn letztendlich geht es auch darum, die Wege kurz zu halten", sagt Heike Weidhase, die zum größten Teil die Koordination übernehmen wird. Sie hat bereits eine Leitlinie für den gemeinsamen Umgang und Empfehlungen ausgearbeitet, damit die Hilfen gänzlich kontaktlos und unter Beachtung der hygienischen Erfordernisse erfolgen.

Nächster Schritt, so Dennis Thon, werde die Kommunikation unter den Vereinen sein. Etwa dann, wenn lokale Engpässe bestimmter Güter weiterhin anhalten sollten. „Damit die Helfer nicht unnötig in diverse Geschäfte fahren müssen, ist eine Absprache des Koordinationsteams zwischen den Stadtteilen von großer Bedeutung", sagt er.

Das Hilfsangebot soll auch für Menschen gelten, „die tagtäglich an ihre Grenzen kommen und beispielsweise in Schichten arbeiten", etwa in Krankenhäusern, bei der Polizei oder dem Rettungsdienst. „Durch die Zusammenarbeit schaffen wir ein stadtteilübergreifendes Angebot, das es in dieser Form bisher nicht gegeben hat und das die Last auf viele Schultern verteilt."

Dass die Menschen sich solidarisch zeigen, das hofft auch Bärbel Meyer von der Agenda. Sie appelliert an die Bürger, „dass sie weiter alle in den Oerlinghauser Geschäften einkaufen sollen". Viele davon müssen derzeit zwar geschlossen bleiben, sind aber weiterhin vor Ort und telefonisch in den Läden zu erreichen, bieten Lieferdienste an oder stellen Bestellungen zur Abholung bereit.

Wer sich bei der „Corona-Hilfe Oerlinghausen" auf die Helferliste setzen lassen möchte, der kann sich bei Heike Weidhase unter Tel. 05202-8820529 oder per E-Mail an heike.weidhase@wwwkomplett.de melden.

Nachbarschaftshilfe auch in Leopoldshöhe

Über die sozialen Medien hat sich in Leopoldshöhe eine zentrale Anlaufstelle für Hilfe zum Einkauf gegründet, die von Astrid Hildebrandt koordiniert wird. Mehr als 25 Helfer haben sich schon gemeldet. „Jetzt warten wir auf die ersten Anrufe", sagt Astrid Hildebrandt. In den noch offenen Läden sind Flyer ausgelegt oder ausgehängt worden. Wer ohnehin einkaufen geht, könnte Einkäufe für andere Personen übernehmen. Die Koordinatorin möchte Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen. Sie ist telefonisch unter Tel. 0176-22933168 zu erreichen.

Auch die zehn Auszubildenden der Vogelsängerstudios möchten Einkäufe, Apothekengänge oder die Gassirunde mit dem Hund für Risikogruppen übernehmen. „Viele Fotoaufnahmen werden derzeit verschoben, deshalb wollen die Azubis neben der Arbeit helfen", berichtet Konstanze Melzer von den Vogelsängerstudios. Einsatzorte können neben Oerlinghausen, Helpup und Leopoldshöhe auch Pottenhausen und Lage sein. Wer das Hilfeangebot in Anspruch nehmen möchte, kann sich in der Vogelsänger-Zentrale unter Tel. 05232-6070 oder per Mail an zentrale@vogelsaenger.de melden.

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