Paderborn/Borchen. Seit mehr als einem Jahr fragen sich Beobachter, in welchen Standort der Mähdrescher- und Traktorenhersteller Claas investieren wird. Konzerninterne Konkurrenten sind die Werke im französischen Le Mans und in Paderborn. Die Paderborner Belegschaft, aber auch die Kommunen Paderborn und Borchen wünschen sich eine Ansiedelung im neuen Gewerbe- und Industriegebiet „Im Klee“ in Borchen-Alfen. Nun teilt Claas mit, in Le Mans investieren zu wollen. Trotzdem senkt der Weltkonzern noch nicht den Daumen für das ehrgeizige Projekt „Paderborchen“. Am Donnerstag, 3. Juli, hat Claas mit Sitz in Harsewinkel (Kreis Gütersloh) „die offizielle Übergabe aller erforderlichen Bau- und Betriebsgenehmigungen für die neue multifunktionale Produktionshalle am Standort Le Mans“ bekannt gegeben. Dort will Claas 6,5 Millionen Euro investieren. Damit wolle der Konzern „sein langfristiges Engagement für die Region und deren Bedeutung im globalen Produktionsnetzwerk von Claas“ bekräftigen. Le Mans ist zugleich eine Partnerstadt von Paderborn. Claas in Borchen: Welche Zukunft hat jetzt „Paderborchen“? Was heißt das nun für das Projekt „Paderborchen“? Dazu teilt Konzernsprecher Tino Fritsch aufNachfrage mit, dass der Kreis Paderborn weiter „gute Chancen“ habe. Dennoch werde Claas weiterhin „bis zur finalen Entscheidung (...) auch Alternativszenarien“ verfolgen. Zudem begrüße Claas „den jüngsten Fortschritt bei der Entwicklung des interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiets in Borchen“. Ein solches Zukunftsprojekt diene „auch als Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland“. Zudem bekräftigt Fritsch: „Damit sind die Chancen für unsere Ansiedlung in ,Paderborchen’ gestiegen. Es gibt aber keine Vorentscheidung, das Rennen ist weiterhin offen.“ Neben Standorten in Deutschland und Frankreich blicke Claas weiterhin auf Ungarn. Diesbezüglich würden aktuell „drei mögliche Standortoptionen geprüft“. Mit Blick auf das Werk in Paderborn teilt Fritsch zudem mit, dass Claas „in Paderborn strukturell“ wachse. Im Juni haben die Stadt Paderborn und die Gemeinde Borchen den Vertrag für ein interkommunales Gewerbegebiet in Borchen-Alfen unterzeichnet. Beide Kommunen hoffen auf viele Arbeitsplätze und entsprechende Gewerbesteuereinnahmen.