Lippe hat Bewerbung für Modellregion abgegeben

Thomas Reineke und Astrid Sewing

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Eine Corona-Modellregion mit entsprechenden Lockerungen in den Auflagen könnte unter anderem dem durch den Lockdown gebeutelten Einzelhandel in den Innenstädten helfen. Das meinen die Bürgermeister aus Detmold, Lemgo und Bad Salzuflen und richten einen Appell an Landrat Dr. Axel Lehmann. - © Archivfoto: Jana Beckmann
Eine Corona-Modellregion mit entsprechenden Lockerungen in den Auflagen könnte unter anderem dem durch den Lockdown gebeutelten Einzelhandel in den Innenstädten helfen. Das meinen die Bürgermeister aus Detmold, Lemgo und Bad Salzuflen und richten einen Appell an Landrat Dr. Axel Lehmann. (© Archivfoto: Jana Beckmann)

Detmold/Bad Salzuflen/Lemgo (Rei/sew). In einer gemeinsamen Videokonferenz haben sich die Bürgermeister von Detmold, Bad Salzuflen und Lemgo dafür ausgesprochen, dass Lippe als dritter Landesteil von NRW Corona-Modellregion werden soll. Einen entsprechenden Appell richten Frank Hilker (SPD), Dirk Tolkemitt (CDU) und Markus Baier (parteilos) an Landrat Axel Lehmann (SPD). Und sie rennen damit bereits offene Türen ein.

„Der Kreis Lippe hat die Bewerbung als Modellregion am Dienstag eingereicht, und wir warten auf die Entscheidung der Landesregierung, die nach Ostern fallen soll", heißt es auf Nachfrage der LZ beim Kreis Lippe. Das dürfte einige Kreistagsmitglieder überraschen. In der jüngsten Sitzung hatte Carsten Möller (FDP) einen solchen Vorschlag gemacht, da aber überwogen die Bedenken. In Tübingen läuft das Projekt bereits seit Anfang März. Dort können Bürger sich testen lassen und den negativen Test als „Eintrittskarte" für den gesamten Tag nutzen. Das Ticket wird dabei als QR-Code auf dem Smartphone hinterlegt.

Eine Corona-Modellregion könnte dem gebeutelten Einzelhandel in den Innenstädten und der Gastronomie helfen, so die Bürgermeister der drei größten lippischen Städte mit zusammen mehr als 170.000 Einwohnern. Um Corona-Modellregion zu werden, brauche es eine neue und erweiterte Test-Strategie. So können sich die drei Stadtoberhäupter unter anderem vorstellen, dass an Wochenmarkttagen vor Ort getestet wird. Auch sei daran gedacht, Rathausbesuche nur noch mit einem frischen negativen Corona-Test zuzulassen. „Wir wollen einfach die Menschen dazu motivieren, sich testen zu lassen", so Tolkemitt. Für die drei Städte stünden genügend Testkapazitäten zur Verfügung, um die Auflagen für eine Modellregion zu erfüllen. Allerdings gibt es laut Tolkemitt in den Vorgaben des Landes noch andere „Hürden". Eine sei beispielsweise, dass das zuständige Gesundheitsamt voll digitalisiert sei. Wie berichtet, läuft die Software Sormas, die die Gesundheitsämter bundesweit nutzen sollen, bereits im Testbetrieb. Nach Auskunft des Kreises könne man sofort in den Dauerbetrieb gehen.

Laut NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart wird in den Modellregionen auch nicht alles geöffnet. Sport-, Jugend- und Freizeiteinrichtungen, Bühnen und Kulturstätten, Läden oder Außengastronomie stünden im Fokus. Ende April sollen die Erfahrungen ausgewertet werden.

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