Dehoga-Präsident kritisiert Darstellung der Ausbildungsbedingungen in der Gastronomie

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Dehoga-Präsident Holger Lemke sieht für Auszubildende sehr gute Chancen in der Gastronomie. - © Marianne Schwarzer(LZ)
Dehoga-Präsident Holger Lemke sieht für Auszubildende sehr gute Chancen in der Gastronomie. (© Marianne Schwarzer(LZ))

Kreis Lippe. Die Gastronomie hat in der Corona-Pandemie durch monatelange Schließungen stark gelitten. Holger Lemke, Präsident des Deutsche Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), kritisiert, wie negativ die Bundesagentur für Arbeit und diverse Gewerkschaften die Erfolgschancen für Azubis in der Branche darstellen. Die Betriebe hätten alles getan, um das Beste aus der Situation mit und für die Mitarbeiter und Auszubildenden zu machen. Dass in Lippe mehr als 1000 Gastronomie-Mitarbeiter gekündigt haben, läge zudem nicht an den Arbeitgebern, sondern an den Corona-Schließungen.

„Hotels und Restaurants haben für ihre Auszubildenden während der Schließung alles getan, um die Ausbildung trotz allem mit Schulungen und Weiterbeschäftigung zu unterstützen. Die Prüfungen fanden trotz der schwierigen Corona-Zeit unter besten hygienischen Bedingungen statt“, macht Holger Lemke deutlich. Insgesamt seien sogar weniger Prüflinge durchgefallen als in Nicht-Corona-Jahren. Er fragt sich, wie eine Bundesagentur für Arbeit behaupten könne, dass Mitarbeiter der Gastronomie keine Aussicht auf Erfolg hätten. „Das empfinde ich als bodenlose Frechheit einer ganzen Branche gegenüber“, sagt er. In der Hotellerie und Gastronomie hätten junge Menschen nach wie vor sehr gute Chancen auf Aus- und Weiterbildung – in Lippe, im ganzen Land und international. Azubis und Fachpersonal würden überall gesucht.

Schwarze Schafe gibt es überall

Dass die bundesweit agierende Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) es so darstelle, dass Arbeitnehmer ausgebeutet und für unfaire Arbeitszeiten missbraucht würden, kann der Dehoga-Präsident aus Lippe ebenfalls nicht so stehen lassen. „Unterbezahlung gehört schon lange der Vergangenheit an. Arbeitgeber haben Arbeitszeiten und Bezahlung tarifentsprechend angepasst, in anderen Branchen sieht es wesentlich schlechter aus“, sagt er. Schwarze Schafe gebe es außerdem überall.

Wie berichtet, haben in Lippe 1100 Mitarbeiter der in der Gastronomie-Branche mittlerweile den Rücken gekehrt. „Das liegt ja nicht an den Arbeitgebern, sondern an der Corona-Zwangsschließung durch den Staat“, unterstreicht Lemke. Er beschreibt die jüngste Darstellung in den Medien als unfair und nicht der Realität entsprechend, konnten die Betriebe mit Außer-Haus-Verkauf, Lieferservice, Wohnmobil-Dinner, Geschäftsreisenden und Co. sich doch irgendwie über Wasser halten. „Die Berufe der Gastronomie und Hotellerie haben immer noch gute Chancen“, stellt er fest.

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