Kontrolle der Kontaktsperre: "Die Zeit, die Augen zuzudrücken, ist vorbei"

Birgit Guhlke

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Symbolbild - © Bernhard Preuß
Symbolbild (© Bernhard Preuß)

Leopoldshöhe. Kaum war der neue Bußgeldkatalog vorgestellt, der angewendet werden kann, wenn in Nordrhein-Westfalen Bürger gegen die Kontaktsperre verstoßen, haben Bürgermeister Gerhard Schemmel bereits Anrufe und Fragen erreicht, was das denn genau bedeute und wie das in der Gemeinde geregelt wird. Die Zeit, die Augen zuzudrücken, sei vorbei, sagt Schemmel.

In Leopoldshöhe seien bereits regelmäßig Teams unterwegs, die kontrollierten, dass wirklich niemand auf den gesperrten Kinderspielplätzen oder in Gruppen unterwegs ist. Auch bei Gaststätten und Restaurants sowie in nicht-versorgungsrelevanten Geschäften schauen die Mitarbeiter, ob die Vorgaben anlässlich der Corona-Pandemie eingehalten werden. Die erste Bilanz Schemmels: „Es läuft hier gut, ohne Beanstandungen." Er selbst sei bereits ein paar Mal unterwegs gewesen, um sich ein Bild zu machen. „Die Bürger verhalten sich nahezu vorbildlich." Drei Teams mit Mitarbeitern aus der Stadtverwaltung und Polizisten kontrollierten zu verschiedenen Tageszeiten.

Zwei Wochen Quarantäne für Schüler der Felix-Fechenbach-Gesamtschule

Hilfreich für die Leopoldshöher Bilanz sei sicherlich gewesen, dass die Leopoldshöher Schüler der Felix-Fechenbach-Gesamtschule seit fast zwei Wochen in häuslicher Quarantäne bleiben müssen. Sie war angeordnet worden, nachdem seit Freitag, 13. März, feststand, dass sich ein Schüler mit dem Coronavirus infiziert hatte. Die Schule war, wie berichtet, sofort geschlossen worden.

An dem Abend selbst hatte es wohl noch ein paar Schüler gegeben, die die Quarantäne mit einem Freifahrtschein für Feiern in der Öffentlichkeit verwechselt hatten. Gemeinsam mit den Lehrern seien Erklärungen für die Schüler zusammengestellt worden. Doch jetzt ist die Zeit der häuslichen Quarantäne vorbei, die anderen Einschränkungen gelten weiterhin.

Sollten die Ordnungsamts-Mitarbeiter „grob provozierende Dinge" feststellen, gelte die „Null-Toleranz-Grenze", sagt Schemmel. Ansonsten setzt er auch auf Fingerspitzengefühl. Die Bußgelder – je nach Verstoß zwischen 200 und 4.000 Euro sowie weiter steigend – würden aber auch rigoros verhängt.

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