Bürgerradweg nach Lage? Leopoldshöher müssen sich in Geduld üben

Thomas Dohna

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Macht sich für einen Bürgerradweg stark: der Leopoldshöher SPD-Politiker Andreas Brinkmann. Einen Förderantrag will die Gemeinde für 2020 stellen – trotzdem könnte es noch Jahre dauern, bis der Radweg an der Schackenburger Straße gebaut wird. - © Thomas Dohna
Macht sich für einen Bürgerradweg stark: der Leopoldshöher SPD-Politiker Andreas Brinkmann. Einen Förderantrag will die Gemeinde für 2020 stellen – trotzdem könnte es noch Jahre dauern, bis der Radweg an der Schackenburger Straße gebaut wird. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Möglich wäre es. Aber ob der Radweg zwischen Heipke-Krentrup und Lage-Pottenhausen gebaut wird, ist ungewiss. Die Stadt Lage und die Gemeinde Leopoldshöhe wollen ihn als Bürgerradweg bauen – und verfolgen damit noch einen anderen Zweck.

Seit vielen Jahren diskutieren die Verkehrspolitiker im Leopoldshöher Rat den Zustand der Schackenburger/Heipker Straße in Krentrup-Heipke und auf dem Gebiet der Stadt Lage. Einen Teil der Fahrbahn, der Richtung Schötmarsche Straße, hat das Land schon vor Jahren sanieren lassen. Der andere Teil Richtung Lage ist schmal und buckelig.

Die Schackenburger Straße liegt im Wahlkreis von Andreas Brinkmann (SPD). Der nahm Kontakte in alle Richtungen auf. Er sprach mit dem Inhaber der Bodendeponie Ahle, die auf dem Gebiet der Nachbarkommune Lage direkt an der Grenze zu Leopoldshöhe liegt. Über die Heipker Straße fahren Lkw, die Boden an der Deponie anliefern. Eine Verkehrszählung in einer Woche im Juli zeigte, dass die Schackenburger Straße eine viel befahrene Straße ist. Mehr als 31.000 Fahrzeuge waren in beide Richtungen unterwegs.

Die weitaus meisten Verkehrsteilnehmer hielten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, nur wenige nicht. Bis zu 175 Kilometer in der Stunde fuhren sie. Wenigstens einer der 2.200 gezählten Lastwagen erreichte 137 Stundenkilometer. Mehr als 4.200 Fahrzeuglenker waren schneller als die erlaubten 100 Stundenkilometer. Im Spätsommer führte eine Schnatfahrt die Gemeinderatsmitglieder zur Straße. Damals berichtete Bürgermeister Gerhard Schemmel, dass es Bestrebungen gebe, einen Bürgerradweg entlang der Straße zu bauen.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Straßen, Plätze und Verkehr sprach Ratsmitglied Brinkmann die Sache an. Er schlug einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen vor. „Vielleicht können wir Straßen.NRW dazu bewegen, sich der Straße anzunehmen", meinte er. Bislang liegt ein solcher Antrag nicht vor.

Bei einem Ortstermin in Heipke deutet Brinkmann auf eine Hecke am Straßenrand: „Die steht auf Gemeindegrund." Platz sei also genug für den Radweg. Die Verwaltung gab im Nachgang zur Sitzung an, dass der Fördertopf 2019 für Bürgerradwege erschöpft sei. Sie werde das Projekt deswegen für das Förderprogramm 2020 anmelden.

Brinkmann glaubt nicht,dass die Sanierung und der Bau des Radweges in naher Zukunft Wirklichkeit werden. Der Landesbetrieb Straßen.NRW, der die Landesstraße sanieren müsste, sei ein harter Partner. Bei der Ampel Schackenburger/Schötmarsche Straße habe es neun Jahre gedauert, bis sie
stand, meint Brinkmann.

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