Kalletaler Politiker wollen Ausbau der bestehenden ICE-Trasse

Jens Rademacher

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Die Bundesregierung plant eine ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Bielefeld und Hannover. Das Vorhaben könnte auch Kalletal betreffen. - © Symbolbild: Pixabay
Die Bundesregierung plant eine ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Bielefeld und Hannover. Das Vorhaben könnte auch Kalletal betreffen. (© Symbolbild: Pixabay)

Kalletal. Das Abstimmungsergebnis täuscht: Nur fünf von zehn Mitgliedern des Kalletaler Umweltausschusses haben am Ende die Resolution befürwortet, die den trassennahen Ausbau der ICE-Strecke zwischen Bielefeld und Hannover fordert, und zugleich den Beitritt zur Bürgerinitiative „Widuland“ unterstützt. Drei stimmten gar dagegen, zwei enthielten sich. Aber eigentlich herrschte viel Einigkeit: Im Prinzip waren alle dafür, einen Neubau „durch Wald und Flur“ abzulehnen, wie Bürgermeister Mario Hecker es formulierte. Es hakte an der Frage, ob die Gemeinde der Vlothoer Bürgerinitiative beitreten soll.

Wie berichtet, soll eine deutlich schnellere Bahnverbindung zwischen den beiden Großstädten gebaut werden – als Teil des sogenannten Deutschlandtakts. Bisher bekannte Planungen ließen vermuten, dass die Trasse womöglich auch über Kalletaler Gebiet führen könnte. Die „Koalitionäre“ von SPD und Grünen wollten die Resolution verabschieden, in der gefordert wird, „den Ausbau der Bestandstrasse in die Planung miteinzubeziehen“, wie Cornelia Rehse (SPD) es in der Beratung im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität und Nachhaltigkeit formulierte. Zugleich solle die Gemeinde „Widuland“-Mitglied werden.

Grundsätzlich sei Rot-Grün für die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene, so Rehse. Aber mit einer Neubaustrecke „durch Berge, Auen, Naturschutzgebiete und Wohngebiete“ könne man sich nicht anfreunden – auch wenn neueste Entwicklungen den Schluss nahelegten, dass keiner der diskutierten Trassenverläufe mehr Kalletaler Gebiet betreffen werde. Auch Ausschussvorsitzender Jürgen Georgi (Grüne) stellte die Frage, ob nicht eine bessere Verbindung „ohne Flächenzerstörung“ möglich sei.

CDU: Trassenplanung ist völlig offen

Lukas Koschek (CDU) widersprach in mehreren Punkten: Zum einen dürfe man nicht davon ausgehen, dass Kalletal beim Trassenbau außen vor sei. Die vorliegenden Trassenvarianten „sind keine Vorfestlegung“, sagte er. Zum anderen sei er dagegen, dass die Gemeinde einer Bürgerinitiative beitrete, und plädierte dafür, die Resolution erst mal zurückzustellen, bis ein genauer Trassenverlauf bekannt ist.

Bürgermeister Hecker geht indes davon aus, dass die inzwischen detaillierter ausgearbeiteten Trassenvarianten richtungsweisend für die weitere Planung sind. Er werde für die Resolution stimmen, wenn diese abschließend am Donnerstag, 25. Februar, im Rat zur Debatte steht, kündigte er an.

Eine Art Kompromissvorschlag kam von Manfred Siemon (CDU): „Wir unterstützen die Ziele. Können wir diese denn nur erreichen, wenn wir der Bürgerinitiative beitreten?“, fragte er. Die Resolution im gleichen Wortlaut ohne den Beitritt zu „Widuland“ fiel dann allerdings in der Abstimmung bei Rot-Grün mehrheitlich durch, und das unveränderte Papier wurde bei Gegenstimmen der CDU beschlossen.

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